Kellogg-WHU Executive MBA
Theodora Both und Garry Lazovskis werden Super-Gründer
22.10.2026

Theodora Both und Garry Lazovskis werden Super-Gründer

Als zwei von deutschlandweit nur acht Fellows nehmen die WHU-Gründenden an „Gründerszene sucht die Super-Gründer“ teil

Wer in den vergangenen Wochen in Berlin an der Axel-Springer-Straße 65 vorbeiging, konnte dort auch nachts noch Licht im 13. Stockwerk brennen sehen. In der Redaktion von Gründerszene im Axel-Springer-Hochhaus waren über zehn Wochen mehrere junge Menschen eingezogen, um mit vollem Einsatz an der Realisierung ihres Traums zu arbeiten: dem Aufbau ihres eigenen Start-ups. 

Acht Gründende waren vorab von der Redaktion ausgewählt worden, um an dem Wettbewerb „Gründerszene sucht die Super-Gründer“ teilzunehmen, einem neuartigen Kickstart-Programm für Start-ups. Unter den Gründenden – genannt Fellows – befanden sich gleich zwei Studierende der WHU – Otto Beisheim School of Management: Theodora Both (MSc 2027) und Garry Lazovskis (BSc 2025). 

Während ihrer mehrwöchigen Reise, bei der sie auch zeitweise in den Redaktionsräumen von Gründerszene übernachteten, um keine Zeit zu verlieren, wurden die Fellows vom Social-Media-Team des Online-Magazins begleitet, um ihre Fortschritte zu dokumentieren – mit Artikeln, Reels und Interviews. Auch bekannte Personen schauten vorbei – und machten den jungen Menschen Mut: „Die Gespräche mit Mathias Döpfner und Carsten Maschmeyer waren sehr inspirierend für mich. Auch wenn sie heute unglaublich erfolgreich sind, konnte man erkennen: Die kochen auch nur mit Wasser. Also warum sollten wir es dann nicht auch schaffen?“, sagte Theodora Both.

Zu Beginn des Projekts hatte jeder Gründende nicht viel mehr als eine Idee vorzuweisen. Im Laufe des Wettbewerbs jedoch formten sich auch Teams, wie das Beispiel von Garry Lazovskis und seinem Mitgründer Minh Vu Ngo zeigt. Voraussetzungen für die Teilnahme an „Gründerszene sucht die Super-Gründer“ gab es zunächst einmal keine. „Die wollten einfach Leute, die Bock haben, die smart sind“, sagte Garry Lazovskis rückblickend auf seine Bewerbung. 

Damit die Idee zum Erfolg wird, trafen die acht Fellows regelmäßig Journalist:innen, Investor:innen und andere Gründende, um Feedback für ihr angehendes Start-up zu bekommen. Auch Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, Marius Haufe, Vice President New Business & Growth bei Axel Springer und Leo Ginsburg, Chef von Gründerszene, begleiteten das Projekt, stellten ihr Netzwerk zur Verfügung und berieten die Teilnehmenden persönlich. „Am Anfang dachte ich, man darf mit den Leuten mal kurz quatschen und nur ein paar grundlegende Fragen stellen. Wir durften Mathias Döpfner beispielsweise aber einfach alles fragen, was wir wollten. Dadurch konnten wir viel über ihn und seinen Werdegang erfahren“, erklärte Garry Lazovskis. „Er hat sich so viel Zeit für uns genommen,  in einem wirklich privaten Rahmen. Er und die anderen konnten uns praktisch zu jeder relevanten Person einen Kontakt herstellen“, ergänzte Theodora Both. Auch das Treffen mit Unternehmer- und Investoren-Legende Carsten Maschmeyer sowie erste Pitches auf dem Redaktionsschiff von The Pioneer beeindruckten die beiden WHU-Gründenden nachhaltig.

Die zahlreichen hochkarätigen Kontakte und Gespräche sorgten für viel wertvolles Feedback während der Gründung – ließen teilweise aber auch Zweifel an der eigenen Geschäftsidee aufkommen. Doch genau das soll ein solches Intensiv-Programm zu Beginn einer Gründung erreichen: Schwächen identifizieren, um das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und zu stärken – oder aber die ursprüngliche Idee komplett auf den Kopf zu stellen. „Zuerst wollte ich mit Garry und Vu gemeinsam etwas gründen“, sagte Theodora Both, „Aber dann habe ich gemerkt, dass ich inhaltlich etwas anderes machen möchte, und wir haben uns deshalb bewusst dazu entschieden, nicht gemeinsam zu gründen.“ 

Mitten im Programm ging die Gründerin mit Alea, einer Dating-App für Highperformer, dann ihren eigenen Weg. Zu Beginn wollte sie mit ihrer App noch stärker auf KI setzen: Mit virtuellen KI-Klonen der Menschen, die als Chatbots miteinander kommunizieren und so herausfinden, ob beide zueinander passen. Während dieser Ansatz in den USA bereits Anklang findet, seien die Menschen in Europa da skeptischer, erklärt Theodora Both. „Dann habe ich mir gedacht, ich setze trotzdem auf KI-Matchmaking. Mit Alea hat jeder App-User ein circa 15-minütiges Telefon-Onboarding, während dem die KI die Person kennenlernt und ihre Präferenzen feststellt. Auf dieser Grundlage werden passende Profile miteinander gematcht, ohne dass die Benutzer überhaupt noch selbst swipen müssen.“ Ausgerichtet sei Alea dabei auf Personen, die bereits spannende und erfolgreiche Lebensläufe vorweisen können. 

Bei Garry Lazovskis Start-up war kein vollständiger Pivot – also eine komplette Abkehr von der ersten Idee – nötig. Nach vielen Feedback-Gesprächen wurde für ihn aber offensichtlich, dass auch sein Konzept CircleRecs noch Verbesserungspotenzial hat. „Ich wollte eine App als Restaurant-Finder entwickeln, wo man beispielsweise eingeben kann, ob man vegan oder glutenfrei essen möchte oder welche Vorlieben man hat. Das habe ich dann aber schon in der ersten Woche verworfen, weil ich die Idee doch nicht mehr so gut fand“, sagte der Gründer. 

Brainstorming mit anderen Gründenden, Feedback von Investor:innen sowie ein Pitch vor Schüler:innen, die zur Zielgruppe zählen, haben ihn und seinen Mitgründer Minh Vu Ngo dann aber wieder in die Spur gebracht. „Wir kamen auf die Idee, dass man am liebsten ja Input von Freunden bekommt, also Menschen, denen man vertraut und deren Meinung uns interessiert. So auch bei der Bewertung von Restaurants. Sowas findet man aber relativ selten – vielleicht mal bei Instagram oder über TikTok – und selbst dann muss man dafür oft endlos in den Profilen scrollen“, erklärte Garry Lazovskis die Weiterentwicklung von CircleRecs. 

Bei CircleRecs bekommt man nun die Bewertungen seiner Freunde zu verschiedensten Dingen zu sehen, nicht nur für Restaurants: Auch bei Bars, Ausflugszielen oder Sehenswürdigkeiten braucht man nun nicht mehr auf anonyme Bewertungen oder Algorithmen vertrauen. „Wir haben auch die Map noch etwas cooler designt, neue Features eingebaut und mit Emojis gearbeitet, um schnell alles auf der Karte voneinander unterscheiden zu können. So kann jeder sofort sehen, was seine Freunde von etwas halten.“ Der Vorteil von CircleRecs sei, dass die Freundesbewertungen fast beliebig auf alle Bereiche ausgeweitet werden können.

Startkapital für das Start-up

Die Jury hat das Konzept der Social-Recommendation-App letztendlich überzeugt. Garry Lazovskis und Minh Vu Ngo haben das Gründerszene-Fellowship und damit 10.000 Euro an Startkapital für das eigene Start-up gewonnen. „Das Geld werden wir jetzt in CircleRecs reinvestieren. Das verschafft uns einen Runway von zwei bis drei Monaten, bis wir mit dem Fundraising beginnen. Kurzfristig haben wir jetzt erstmal Events mit Influencern und Content Creatorn geplant, um das Produkt bekannter zu machen“, sagte Garry Lazovskis nach seiner Auszeichnung. 

Ihre Teilnahme an dem Programm und die zehn intensiven Wochen haben sich aus Sicht von Theodora Both und Garry Lazovskis gelohnt. Nun geht die Arbeit weiter und die WHU-Studierenden fokussieren sich voll auf den Aufbau des eigenen Unternehmens. Garry Lazovskis und Minh Vu Ngo haben mittlerweile ausgegründet. 

Theodora Both bleibt zunächst im Haus von Axel Springer. Sie möchte Alea weiter validieren, die App mit Beta-Usern testen und wegen der strengen Datenschutz-Anforderungen auf die rechtliche Expertise des Medienhauses zurückgreifen können. 

Für WHU-Studierende, die selbst mit dem Gedanken spielen, ein eigenes Start-up zu gründen, haben beide einen übereinstimmenden Rat: Raus aus der Komfortzone und einfach machen. „An der WHU ist gründen leichter als an jeder anderen Uni, weil die Personen um dich herum dich verstehen und dir helfen. Also nicht so viel darüber nachdenken, was andere sagen, sondern den Mut haben, etwas zu verändern“, sagte Theodora Both.    

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