Jesica Hoker über die Bedeutung von Mentor:innen, Perspektivenwechsel und kontinuierlicher persönlicher Weiterentwicklung
Jesica Hoker hatte nicht erwartet, ihren nächsten Karriereschritt zu finden, als sie von Ushuaia über die Antarktis nach Namibia segelte. Doch während sie eisige Gewässer durchquerte und drei Monate in einer winzigen Kabine verbrachte, wurde ihr irgendwann klar: In ihrem Berufsleben fehlte genau diese Art von Herausforderung.
Es war die Distanz zum Alltag, die ihr diese Erkenntnis brachte. Die Expedition durch die Antarktis bot Raum für Reflexion und führte Jesica auf eine transformative Reise. Heute studiert sie im Kellogg-WHU Executive MBA und bringt genau diesen Abenteuergeist in ihre persönliche Führungsentwicklung ein.
Raus aus der Bubble
Jesica ist Chemikerin und leitet in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung ihres Unternehmens eine Initiative zur digitalen Transformation. Obwohl es ihr gelang, fragmentierte Prozesse erfolgreich zu konsolidieren, wurden ihr die Grenzen ihrer eigenen „Bubble“ bewusst. Ihre fachliche Expertise war solide, aber um Transformation auch auf Organisationsebene voranzutreiben, brauchte sie neue Werkzeuge.
„Vieles habe ich auf Basis meiner Ausbildung und aus meiner Intuition heraus gemacht. Aber um das, was ich tue, weiter zu skalieren und strukturiertere Business-Entscheidungen treffen zu können, brauchte ich zusätzlichen Input“, sagt sie. „Ein EMBA verändert grundlegend, wie man Prioritäten setzt und sich in eine Organisation einbringt.“
Auch die Entscheidung für ein berufsbegleitendes modulares Programm wie den Kellogg-WHU Executive MBA traf sie bewusst. „Kürzere Executive-Programme sind sinnvoll, wenn man spezifisches Wissen aufbauen möchte. Für einen nachhaltigeren Perspektivenwechsel und Umgang mit Herausforderungen ist ein EMBA meiner Ansicht nach sinnvoller. Es ist überraschend, wie schnell man sich weiterentwickelt.“
Netzwerke zur Weiterentwicklung
Für Jesica geht es im EMBA um mehr als um das Schließen von Wissenslücken. Es geht darum, Branchensilos zu überwinden. Die Nähe zu ihrer Heimatstadt in Deutschland sowie das internationale Netzwerk, auch innerhalb des Jahrgangs, boten ihr, wonach sie gesucht hatte.
„Die besondere Stärke des Programms liegt in der Vielfalt der Hintergründe und Herangehensweisen der Teilnehmenden. Hier entsteht die Magie. Wer sich nur im eigenen vertrauten Umfeld bewegt, tauscht sich auch nur mit Menschen aus der eigenen Branche aus. Ich wollte von Führungspersönlichkeiten aus aller Welt und aus anderen Branchen und Bereichen lernen.“
Das Interesse am Austausch unterschiedlicher Sichtweisen führte sie auch zu der Initiative Women into Leadership. Die Cross-Mentoring-Initiative stärkt Führungsentwicklung über Organisationsgrenzen hinweg und bietet Führungskräften starke branchenübergreifende Netzwerke, die ihr Wachstum fördern. Da Jesica auf ihrem Karriereweg selbst von prägenden –weiblichen und männlichen – Vorbildern profitiert hat, ist es ihr wichtig, selbst etwas zurückzugeben.
„Meinem größten Vorbild war Weiterentwicklung immer sehr wichtig. Sie hat die Menschen behutsam aus ihrer Komfortzone herausgeführt. Ich glaube, dass Frauen in Führungspositionen genau solche Mentor:innen brauchen, ebenso wie größere Netzwerke und neue Lernerfahrungen. Führung kann so unterschiedlich aussehen, und es ist so wichtig zu verstehen, dass es immer unterschiedliche Wege gibt, sie zu gestalten.“
Der EMBA-Effekt
Was Jesica am meisten überrascht hat, war nicht nur, wie viel sie lernt, sondern wie schnell der EMBA ihre Denkweise verändert hat. „Ich hätte nie gedacht, dass das so schnell geht. Das Programm beeinflusst, wie ich denke, wie ich Entscheidungen treffe und wie ich führen möchte. Man wird ständig herausgefordert, die eigenen Annahmen zu hinterfragen und über den Status quo hinauszudenken.“
Dieser Effekt geht weit über Frameworks und Theorien hinaus. Jesica beschreibt ihren Jahrgang als Umfeld mit „high impact, low ego“, in dem aus einer heterogenen Gruppe erfahrener Führungskräfte eine enge Gemeinschaft entstanden ist. „Unsere Zusammenarbeit basiert auf Vertrauen und gegenseitigem Respekt. Wir sind alle ambitioniert und wollen uns als Führungspersönlichkeiten weiterentwickeln. Wir fordern uns gegenseitig heraus und wachsen daran. Es ist ein geschützter Raum, in dem wir persönliche und berufliche Herausforderungen offen ansprechen können.“
Ausblick
Denjenigen, die einen Kellogg-WHU Executive MBA in Erwägung ziehen, rät Jesica: „Seien Sie sich über Ihre Motivation im Klaren. Sie brauchen Ihren nächsten Karriereschritt noch nicht zu kennen, aber Sie müssen bereit sein, Verantwortung für die eigene Entwicklung zu übernehmen.“ Sie betont, dass ein EMBA mehr erfordert als nur Zeit und persönlichen Einsatz. „Man muss offen für Veränderung sein. Bereit, das eigene Verhalten kritisch zu hinterfragen und das Gelernte direkt anzuwenden, schon ab der allerersten Vorlesung.“
Welches Abenteuer folgt auf den EMBA? Jesica plant, im Rahmen des Clipper Round the World Race den Atlantik zu überqueren, gefolgt von einer Nordpazifik-Überfahrt von China nach Seattle. Für jemanden, der seinen nächsten Schritt inmitten antarktischer Gewässer gefunden hat, scheint es nur konsequent, sich erneut auf eine transformative Reise zu begeben.
„Ich liebe es, mich in herausfordernde Situationen zu bringen“, sagt sie. „Genau daran wächst man, und es ist mir sehr wichtig, mich immer weiterzuentwickeln und Neues zu lernen."
