Einige der erfolgreichsten Gründenden der WHU teilen ihre Erfahrungen mit den Studierenden
Wie setze ich mein eigenes Start-up auf? Welche Faktoren sind für dessen Erfolg ausschlaggebend? Und wie kann ich Fehler vermeiden? Diese und viele weitere Fragen beantworteten erfolgreiche Gründende den Studierenden der WHU – Otto Beisheim School of Management in diesem Jahr wieder bei der WHU Founder Lecture – eine derart beliebte Veranstaltung bei den Studierenden, dass nicht einmal der größte Hörsaal am Campus Vallendar allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Platz bietet.
Die Vorlesungsreihe wurde von Dr. Marco Vietor (D 2004, Promotion 2009) ins Leben gerufen, Alumnus der WHU und Mitgründer des Hörgeräteherstellers audibene, der auch dieses Jahr seine Erfahrungen teilte. Er erklärte den Studierenden, wie man Menschen, Teams und deren Mindset erfolgreich weiterentwickelt. Ein Tipp: „Traditionelle Denkweisen sind Gift, wenn man sein Start-up skalieren möchte“, sagte Marco Vietor. „Stellt Menschen ein, die bislang noch keine Erfahrung in der Branche gesammelt haben, weil sie noch unkonventionell und ohne Restriktionen denken. So entstehen die besten Ergebnisse.“
Das Interesse an den Erkenntnissen der erfolgreichen Gründenden ist groß: Die Vorlesungen fanden in diesem Jahr in der Stadthalle Vallendar statt, weil sich rund 200 Studierenden angemeldet hatten. Bei der ersten WHU Founder Lecture vor wenigen Jahren hatte noch ein Hörsaal für 80 Personen ausgereicht. Ursprünglich richtete sich die Vorlesungsreihe vor allem an die Master-in-Entrepreneurship-Studierenden der WHU, wurde aufgrund des großen Interesses mittlerweile aber auch für andere Studiengänge geöffnet.
Dass die Vortragenden tatsächlich mit ihren Start-ups erfolgreich sind, ist Voraussetzung dafür, dass sie ihre Erfahrungen in der Founder Lecture weitergeben dürfen: Nur wer ein Unternehmen aufgebaut hat, das einen jährlichen Umsatz von 100 Millionen Euro erzielt - was nur auf 0,2 Prozent aller Start-ups in den ersten zehn Jahren zutrifft – wird ans Rednerpult gebeten.
Ein weiterer Gründer, der diese Benchmark erreicht hat, ist WHU-Alumnus Roman Kirsch (BSc 2010). Er baute Casacanda und Lesara auf, war CEO von Fab.com in Kontinentaleuropa und betätigt sich heute als Investor. Er zeigte den Studierenden, wie man eine Idee für ein Start-up generiert und ein erfolgreiches Geschäftsmodell entwickelt. „Auch wenn man einen Fehler macht: Zu handeln ist immer besser als nicht zu handeln“, sagte er. „Wir hatten damals einen Mitbewerber, der mit seinem E-Commerce online ging, eine Woche nachdem wir unseres bereits verkauft hatten“, schilderte er. Der Perfektionismus der Gründenden hatte gravierende Folgen: „Sie gingen am Ende pleite, weil sie zu lange gebraucht hatten.“ Also: „Entscheidet euch bei eurem Start-up für Geschwindigkeit und nicht für Perfektionismus.“ Ein weiterer Tipp: Von Anfang an gut auf die Auswahl des Teams achten und die richtige Kultur etablieren, weil sich diese auch auf zukünftige Angestellte übertragen werde.
An insgesamt vier Tagen erhalten angehende Gründerinnen und Gründer während der WHU Founder Lecture wertvolle und praxisorientierte Informationen aus erster Hand. Und es bietet sich auch die Gelegenheit, persönliche Fragen zu stellen. Ein weiteres Highlight: der exklusive Blick hinter die Kulissen: Zwei Vorlesungstage werden Mitte April in den Berliner Büros der Unicorns Zalando und Enpal stattfinden.
WHU-Start-up-Gründende, die 2025 eine Vorlesung halten:
Christoph Cordes (Home24, Flink)
Christian Gaiser (Kaufda, jetzt Numa)
Ferry Heilemann (AENU)
Jan Kemper (N26)
Roman Kirsch (Casacanda/Lesara)
Niklas Plath (Flaschenpost)
David Schröder (Zalando)
Stephan Schubert (Onvista)
Marcus Stahl (Tonies)
Michael Stephan (Raisin)
Marco Vietor (audibene)
Jochen Ziervogel (Enpal)