Warum jetzt der richtige Zeitpunkt für ein Auslandsstudium ist
Das rasante Tempo Shanghais, der bevölkerungsreichsten Stadt Chinas, gegen die schläfrige Atmosphäre einer deutschen Kleinstadt zu tauschen, mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen. Für Hanyan Jin ist es die Chance, sich über ihre Zukunftspläne klar zu werden und neue kulturelle Erfahrungen zu sammeln. Die Studentin im Master in International Business Programm spricht über ihren unkonventionellen Weg von der bildenden Kunst hin zu ihrem Interesse an Consulting, und warum sie die WHU als Ausgangspunkt für eine Karriere in Europa gewählt hat.
„Viele sind überrascht, wenn ich erzähle, dass ich aus einer Metropole in ein kleines Städtchen wie Vallendar gezogen bin. Ich finde es erfrischend: Die Gemeinschaft hier ist sehr eng, man kennt sich, kommt leicht ins Gespräch. Nach intensiven Vorlesungen ruft man Freund:innen an, kocht zusammen oder trifft sich einfach. Die Wege sind kurz, da alle nah beieinander wohnen.“
Hanyan, deren fröhliche und positive Ausstrahlung beeindruckt, begann ihr Studium im Herbst 2025. Mit einem Bachelor of Fine Arts im Bereich Arts Management passt sie ideal in das Master in International Business Programm, in dem Studierende mit verschiedenen Hintergründen und aus vielen Ländern zusammenkommen. Viele bringen Bachelor-Abschlüsse in Design, Psychologie oder Sportwissenschaft mit. „Wir bringen sehr unterschiedliche Sichtweisen ein und lernen gerade deshalb viel voneinander“, sagt sie.
Diesen Austausch sucht Hanyan bewusst. Die extrovertierte Studentin will möglichst viel aus ihrer Zeit an der WHU herausholen. Sie betont, wie wichtig es ist, sich als internationale Studentin nicht zurückzunehmen, sondern sich aktiv zu integrieren. Entsprechend engagiert sie sich in mehreren studentischen Initiativen (insgesamt drei). Sie ist Vorstandsmitglied bei Opinio – WHU Debate Society und engagiert sich in der studentischen Unternehmensberatung Saidia Consulting. „Die Arbeit in einer studentischen Initiative ähnelt einem professionellen Umfeld, ist aber weniger formal. Gleichzeitig hilft sie mir, die deutsche Arbeitskultur besser kennenzulernen“, erklärt sie.
Ausschlaggebend für die WHU waren für Hanyan vor allem die Netzwerke der Hochschule, besonders im Consulting. Nach einem anspruchsvollen Bewerbungsprozess in China weiß sie, wie entscheidend das richtige Netzwerk sein kann. „Während des Studiums gibt es zahlreiche Karrieremessen. Zudem kommen regelmäßig Gastredner:innen auf den Campus, mit denen man direkt über ihre Branche oder ihre Rolle sprechen kann. Dieser unmittelbare, unkomplizierte Zugang zeichnet die WHU aus meiner Sicht aus.“
Der Schritt, weit weg von der Heimat zu gehen, ist für sie Teil einer bewussten persönlichen und fachlichen Entwicklung. Während eines Auslandssemesters in Südkorea arbeitete sie mit deutschen Studierenden zusammen. Deren Arbeitsweise und akademischer Anspruch beeindruckten sie. „Ich wollte immer im Ausland studieren und wusste, dass ein wirtschaftswissenschaftliches Studium mein nächster Schritt ist. Ein dynamischer Arbeitsmarkt und eine hohe Bildungsqualität waren wichtige Kriterien für mich bei der Länderwahl. Als ich damals meine deutschen Kommiliton:innen kennengelernt hatte, stand für mich fest: Wenn ich einen Master mache, dann in einem Land wie diesem.“
Ihr Rat an Studieninteressierte ist klar und pragmatisch: die eigene Motivation kennen und Initiative zeigen. „Das Leben an der WHU ist ein Weg zu einem globalen Mindset, zur Zusammenarbeit mit Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und zur Übernahme von Verantwortung für die eigene Entwicklung. Das Programm bietet viele Möglichkeiten, aber man muss sie auch ergreifen. Also: Trau dich.“
Für Hanyan war auch der Zeitpunkt entscheidend. „Mir war wichtig, diese Erfahrungen zu machen, solange ich jung bin. Zu verstehen, wie die Welt aussieht. Die feinen kulturellen Unterschiede oder die Zusammenarbeit mit Menschen, die anders denken, lernst du nicht aus Büchern. Du musst es selbst erleben. Wenn du wartest, bis du im Berufsleben stehst, wird es oft schwieriger. Warum also nicht jetzt?“
