Risikobasiertes Optimierungsmodell zeigt, wie eVTOL-Flughafenshuttle-Netzwerke trotz unsicherer Nachfrage profitabel geplant werden können
Wir freuen uns, bekannt zu geben, dass unsere aktuelle Forschung zur Urban Air Mobility (UAM) am 5. März 2026 zur Veröffentlichung in der renommierten Fachzeitschrift Transportation Research Part A: Policy and Practice angenommen wurde.
Der Beitrag mit dem Titel „Vertiport Location Planning for Urban Air Mobility Airport Shuttle Services under Demand Uncertainty“ wurde von Gideon Gottschalg und Arne K. Strauss (Mercator-Stiftungslehrstuhl für Demand Management und Sustainable Transport, WHU – Otto Beisheim School of Management) sowie Nikola Ivanov und Bojana Mirković (Faculty of Transport and Traffic Engineering, University of Belgrade) und Juan Blasco Puyuelo (Nommon Solutions and Technologies, Madrid) verfasst.
Die Studie untersucht eine zentrale Fragestellung für zukünftige UAM-Flughafenshuttle-Dienste: Wie viele Vertiports sollten gebaut werden, wo sollten sie sich befinden und wie groß sollte die eVTOL-Flotte sein – insbesondere vor dem Hintergrund einer noch stark unsicheren Passagiernachfrage? Zur Beantwortung dieser Frage entwickeln die Autoren ein risikobasiertes zweistufiges Optimierungsmodell, das strategische Infrastrukturentscheidungen (Standorte der Vertiports und Flottengröße) mit der operativen Flugplanung unter verschiedenen Nachfrageszenarien verknüpft. Das Modell berücksichtigt explizit finanzielle Risiken und ermöglicht es Investoren, die Wahrscheinlichkeit von Verlusten gezielt zu begrenzen.
Auf Basis realer Passagierdaten aus dem Großraum Madrid und dem Flughafen Madrid-Barajas liefert die Studie mehrere zentrale Erkenntnisse. Ein risikoadverser Planungsansatz kann die Wahrscheinlichkeit finanzieller Verluste von rund einem Drittel auf unter 10 % reduzieren. Zudem zeigt sich, dass auch zunächst kontraintuitiv erscheinende Standorte – etwa in weniger dicht besiedelten Gebieten – zur Steigerung der Gesamtprofitabilität beitragen können, indem sie Nachfrage aus größeren Einzugsgebieten bündeln.
Darüber hinaus belegen die Ergebnisse, dass längere Flugrouten infolge möglicher Luftraumbeschränkungen nur einen begrenzten Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit haben. Auch eine Priorisierung maximaler Fluggeschwindigkeiten bei der Auswahl von eVTOL-Modellen führt lediglich zu moderaten ökonomischen Vorteilen. Schließlich erweist sich die teilweise Nutzung bestehender Helikopter-Infrastruktur als vielversprechender Ansatz, um Investitionskosten zu senken, ohne die Leistungsfähigkeit des Netzwerks wesentlich zu beeinträchtigen.
Insgesamt bietet die Studie praxisnahe Handlungsempfehlungen für UAM-Betreiber, Flughäfen und kommunale Entscheidungsträger, die die Einführung von eVTOL-Flughafenshuttles prüfen. Durch die explizite Berücksichtigung von Nachfrageunsicherheit und finanziellen Risiken unterstützt das entwickelte Modell robuste und wirtschaftlich tragfähige Infrastrukturentscheidungen.
