Kellogg-WHU Executive MBA Programm

Frauen im Executive MBA: Annette Mann

Über authentische Führung und Disruption durch Wandel

Anfang des Jahres wurde Annette Mann zur neuen CEO von Austrian Airlines ernannt und ist damit die erste weibliche und zugleich die jüngste CEO der Airlines. „Um ehrlich zu sein, war es anfangs ein seltsames Gefühl, CEO zu werden", lächelt Annette Mann ironisch. „In Österreich herrscht eine sehr starke hierarchische Kultur, und nach Jahren der Krise in der Luftfahrt gibt es viel Top-Down-Management. Ich glaube fest an den Satz: ,Führen heißt dienen‘. Ich sehe meine Aufgabe darin, dafür zu sorgen, dass das Unternehmen seine Ziele erreichen und bestmöglich funktionieren kann. Die Mitarbeiter:innen sind nicht da, um für mich zu arbeiten, sondern ich bin da, um ihnen zu helfen zu wachsen, zusammenzuarbeiten und das Beste aus ihrem Berufsleben zu machen. Ich denke, das passt gut zu dem Credo von Kellogg-WHU: ,high impact, low ego‘.“

Annette Mann entschied sich 2010 für das Kellogg-WHU Executive MBA-Programm. Sie hatte nach einem international anerkannten Abschluss gesucht, der ihr dazu dienen sollte, in die akademische Welt zurückzukehren und ihr Netzwerk zu erweitern. „Ich war zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Jahre bei der Lufthansa“, erklärt sie. „Es war das zweite Jahr in meiner ersten formalen Führungsposition. Ich war bereit, meinen Horizont zu erweitern und herauszufinden, was ich noch lernen kann. Mein erster Universitätsabschluss verband Theorie und Praxis. Nachdem ich mehrere Jahre praktische Erfahrung gesammelt hatte, wollte ich meine Karriere auf das nächste Level bringen.“

Das Studienprogramm half Annette nicht nur dabei, ihre Führungsqualitäten zu stärken, sondern hatte auch unerwartete Auswirkungen auf ihr Auftreten als Führungskraft. „Früher hätte ich gesagt, dass ich keinen weiteren Abschluss brauche, aber ein solcher international anerkannter MBA Titel gewährleistet ein gewisses Maß an Unabhängigkeit. Es besteht die Gefahr, von einem Unternehmen abhängig zu werden, wenn man schon lange dabei ist. Für mich war es wichtig zu wissen, dass—egal was passiert—ich einen hohen Marktwert im internationalen Arbeitsmarkt hätte. Der EMBA hat diese unerwartete Dimension des persönlichen Wachstums ermöglicht.“

„Bei der Auswahl des Programms war mir Flexibilität wichtig. Ich habe in verschiedenen Städten gearbeitet und bin viel gereist, so dass das Programmformat gut in mein persönliches und berufliches Leben passte.“ Zudem waren Internationalität und Vielfalt ausschlaggebend für Annettes Entscheidung. „Ich habe Chicago, Tel Aviv und Hongkong besucht. Die anderen Kellogg-Campusse zu sehen, in Kombination mit dem Netzwerk und dem akademischen Wissen der Professor:innen, übertraf meine Erwartungen an das Programm. Unser Jahrgang war komplett international, alle kamen aus unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen. Solche Beziehungen sind wertvoll. Man gewinnt neue Perspektiven und tauscht Ideen aus. Mir hat es dabei geholfen, Theorie und neu gewonnene Erkenntnisse in mein Berufsleben einzubinden.“

Annette ist immer noch mit dem Netzwerk verbunden, auch wenn sie sich selbst eher als „Gelegenheitsnetzwerkerin“ bezeichnet. Sie nimmt jedoch nach wie vor an den WhatsApp-Gruppen, den persönlichen Treffen, den jährlichen Skiausflügen der Alumni und den EMBA-Veranstaltungen für Studieninteressierte teil, wie zum Beispiel dem Kamingespräch in Wien kommenden Oktober.

Es ist spannend zu sehen, dass Annette in ihrer neuen Rolle als CEO bereit ist, den Status quo zu durchbrechen und Veränderungen herbeizuführen. Da sie seit 20 Jahren für die Lufthansa Group arbeitet, hat sie die Arbeitsweise des Unternehmens aus vielen verschiedenen Perspektiven kennengelernt und kann nun endlich etwas zum Positiven verändern. „In einem großen Konzern wie der Lufthansa Group kann es schwierig sein, etwas zu bewegen, wenn man nicht im Management sitzt. Man sieht die Regeln und Prozesse, und selbst wenn sie nicht viel Sinn machen, kann es schwierig sein, gewisse Veränderungen anzustoßen. Es macht mir wirklich Spaß, Veränderungen vorzunehmen, die positive Auswirkungen haben–nicht nur in Hinblick auf das Finanzielle, sondern auch auf die Mitarbeiter:innen, die Kund:innen und den Gesamterfolg.“