Kellogg-WHU Executive MBA Programm

Wie die WHU die Krise als Gemeinschaft bewältigt hat

Prof. Dr. Markus Rudolf, Rektor der WHU, blickt zurück.

Die WHU hat eine digitale Transformation und innovative Disruption durchlaufen, die durch das Einsetzen der Corona-Krise ausgelöst wurden. Prof. Dr. Markus Rudolf, Rektor der WHU - Otto Beisheim School of Management, erstellt eine Zwischenbilanz zu den bisher umgesetzten Maßnahmen der Digitalisierung an der WHU.

Die vergangenen Wochen und Monate haben bewiesen, dass wir für ein digitales Zeitalter bereit sind. Die Coronavirus-Pandemie, die mit neuen Herausforderungen begonnen hat, hat sich als eine Chance für die WHU erwiesen. Unsere Gemeinschaft, bestehend aus der Fakultät, den Studierenden, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Ehemaligen, hat große Entschlossenheit, großen Mut und großes Engagement gezeigt, um die aktuelle Situation zu meistern und die WHU am Laufen zu halten.

Mit dem Bachelor in Internationaler BWL/Management, den Master of Science-Programmen und den Full-Time und Part-Time MBA-Programmen hat die WHU als erste deutsche Wirtschaftshochschule ihre Präsenzveranstaltungen sehr kurzfristig auf digitale Formate umgestellt. Die Vorlesungen wurden sofort angepasst, so dass die Studierenden ihr Studium nahtlos fortsetzen konnten. Um die Präsenzveranstaltungen in digitale Formate zu übersetzen, steht unseren Professoren ein Portfolio verschiedener Lösungen und Instrumente zur Verfügung: von Aufzeichnungen im Hörsaal oder von zu Hause über Webcasts bis hin zu interaktiven Online-Vorlesungen. Sie alle spiegeln die für die WHU typische, sehr interaktive und persönliche Form der Lehre wider. Seit der Umstellung zählte die WHU insgesamt 1.542 Online-Sitzungen, 2.286.561 Sitzungsprotokolle, und fast 30.000 registrierte Teilnehmende.

Was unsere höhere Weiterbildung betrifft, so war die Umstellung von Face-to-Face- auf Online-Formate in den Kellogg-WHU Executive MBA und Executive Education Programmen nicht so einfach wie in den anderen Programmen. Die Anforderungen und Bedürfnisse unterscheiden sich in diesen Programmen, und die Teilnehmer, die noch diverser sind als in unseren anderen Programmen, profitieren oft am meisten vom persönlichen, beruflichen und kulturellen Austausch sowie von den Netzwerkmöglichkeiten. Dieser Austausch ist in Online-Formaten kaum in gleichem Umfang zu gewährleisten, deshalb haben wir verschiedene Optionen evaluiert und individuelle Lösungen gefunden: Im EMBA-Programm wurden einige Module, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Gleichwohl ist es unser Ziel, den Präsenzunterricht mit den erforderlichen Abstandsregelungen mit der Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder vor Ort aufzunehmen. Diejenigen, die aus anderen Kontinenten anreisen und noch Reisebeschränkungen haben, werden mit modernster Technik in den Hörsaal eingebunden. Im Bereich der Executive Education wurden einige Module unserer offenen und maßgeschneiderten Programme digital gehalten, z.B. in unserem Programm mit SPOAC und in unserem einwöchigen Programm für MBA-Studierende der Universität Milikin. Die Fakultät kann zudem auf die Fähigkeiten, das Wissen und die Erfahrung des Centers of Digitalization und der IT-Abteilung aufbauen und den Online-Unterricht an die Bedürfnisse der Studierenden und deren berufliches Umfeld anpassen. So hat die WHU ihr Executive Education Portfolio erfolgreich um Online-Formate in den Bereichen Verhandlung, Design Thinking und Coaching erweitert.

Um unserer Gemeinschaft und der Öffentlichkeit einen zusätzlichen Nutzen zu bieten und das Wissen unserer Fakultät bei der Krisenbewältigung zu teilen, ergriffen wir mehrere Initiativen: Auf der Plattform "WHU-Experten zu Corona: Wir stellen unser Wissen zur Verfügung" fasst die WHU eine Reihe von Beiträgen unserer Professoren zusammen, die ihre Expertise in verschiedenen Formaten mit der Öffentlichkeit teilen, zum Beispiel in Videos, Online-Seminaren, Interviews und redaktionellen Beiträgen in den Medien. Wir erläutern die Auswirkungen der Krise, geben einen Ausblick auf die Veränderungen aus verschiedenen wirtschaftlichen Perspektiven und zeigen innovative Lösungen in den verschiedenen Bereichen auf. Hinsichtlich der Online-Seminare hat die WHU eine Reihe zum Thema "Business in einer Post-Corona Welt", die Reihe "Zukunftsstrategien für den Mittelstand" des Forums Mittelstand zusammen mit der IHK Koblenz und eine Online-Seminar-Reihe mit den Alumni des CIO Leadership Excellence Programs ins Leben gerufen. Allein in unserer Seminar-Reihe "Business in einer Post-Corona Welt" zählten wir in 7 Wochen 13 Sitzungen und über 2.500 Teilnehmer.

Trotz der Notwendigkeit, sich an die neuen Umstände zu gewöhnen, gefielen unseren Studierenden die von der WHU angebotenen digitalen Lösungen. In einem Interview auf unserer Webseite meinte ein Bachelor-Student: "Das hohe Maß an Interaktivität machte es zu einer der besten Vorlesungen, die ich je besucht habe." Und eine Studentin des Part-Time MBA-Programms ergänzte das wie folgt: "Mir erscheint es kommunikativer und störungsfreier. Über die Chat-Funktion kann man während der Vorlesung Fragen posten, die wir uns manchmal gegenseitig beantworten, ohne die Lehrkraft zu unterbrechen. Die Technik funktioniert gut, so dass der Unterricht reibungsloser abläuft. Das ist einfach eine andere Lernmethode, und man muss sich darauf einlassen."

Die WHU hat nicht nur ihre Lehre an Online-Formate angepasst, sondern auch ihre Prüfungen. Als Alternative zu den Präsenzveranstaltungen konnten die Studierenden "Take at Home Exams", zeitsynchrone beaufsichtigte Klausuren, "Take Home Exams", nicht beaufsichtigte Prüfungen oder asynchrone Aufgaben wie Fallstudien oder Aufsätze sowie synchrone Aufgaben wie Präsentationen und mündliche Prüfungen ablegen. Insgesamt hat die WHU 36 BSc- und MSc-Prüfungen auf die oben genannten alternativen Prüfungsmethoden umgestellt und vielen Studierenden ermöglicht, dass sie ihre Klausuren absolvieren und ihr Semester ohne Verzug beenden konnten. Stefanie Berrang vom Prüfungsamt der WHU fasst die Erfahrungen zusammen: "Nur wenige Studierende berichteten über technische Probleme oder Schwierigkeiten bei der Einhaltung von Fristen, aber im Allgemeinen hatten wir den Eindruck, dass die Studierenden froh und erleichtert waren, ihr Semester trotz Corona ohne Verzögerungen abschließen zu können." Flache Hierarchien und unternehmerisches Denken an der WHU haben dafür gesorgt, dass die Präsenzveranstaltungen oder Vorlesungen sofort in den virtuellen Raum verlegt werden konnten.

Die Fortführung des sogenannten Tagesgeschäfts an unserer Hochschule war natürlich nur durch die Tatkraft und die Bereitschaft der Studierenden und der Fakultät möglich, die Herausforderung zu meistern. Nicht nur die Studierenden, sondern auch die WHU selbst kann davon profitieren. Ich zitiere meinen Kollegen Professor Christian Schlereth, vom Lehrstuhl für Digitales Marketing: Die Professoren der WHU hatten bereits zuvor einzigartige Kurskonzepte jenseits von einem traditionellen Frontal-Teaching entwickelt. Diese Konzepte haben ein großes Potenzial, auch online dargestellt zu werden. Darüber hinaus besteht eine große Chance, dass der Campus durch die digitalen Kursangebote noch integrativer und die Studierendenschaft noch diverser wird, denn wir können damit eine breitere Zielgruppe erreichen.“

Die Digitalisierung hat Einzug in unseren Alltag gehalten. An der WHU findet nicht nur die Lehre digital statt, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten von zu Hause aus, und Veranstaltungen und Konferenzen finden virtuell statt. So haben beispielsweise die Career Center ihre Beratungstermine von face-to-face auf online verlagert und COVID-19 digitalisiert selbst die Auslandserfahrung. Der neue Jahrgang des MBA-Programms feierte seinen Programmstart als virtuelle Konferenz und meisterte auch die jährliche Future Leaders Fundraising Challenge online. Dank des Vertrauens ineinander und ihres Engagements konnten die MBA-Studierenden ihre Führungs- und Teamfähigkeiten ausbauen und erfolgreich Spenden in Höhe von 16.166,16 Euro für die Welthungerhilfe sammeln. Darüber hinaus erhielt die WHU große Zustimmung von ihrer Community auf die Kampagne #wekeepWHUrunning, bei der Studierende, Lehrende und Mitarbeitende ihre Highlights aus dem Home-Office, aus virtuellen Konferenzen und ihre Gedanken zur aktuellen Situation teilten.

Ganz gleich, welche anfänglichen Hindernisse die Krise mit sich brachte, wir an der WHU folgten unserem Motto "Excellence in Management Education" und nutzten die Chancen der digitalen Transformation zu unserem Vorteil. So wie Unternehmen und jede und jeder Einzelne zieht auch die WHU ihre Lehren aus der aktuellen Situation. Sie baut auf diesen Erfahrungen auf, um digital gestärkt aus der Krise hervorzugehen und einen Beitrag für die Zukunft der Bildungslandschaft zu schaffen. Was das kommende Herbstsemester betrifft, versichern wir, dass wir in der Lage sein werden, unsere neuen Jahrgänge willkommen zu heißen und unsere Lehrveranstaltungen entweder in hybriden Vorlesungen oder in digitalen Formaten anzubieten. In der Zwischenzeit tun wir unser Bestes, um das Erlebnis an der WHU zu verbessern und den WHU-Spirit weiterhin zu stärken. 

Ich möchte jedem Einzelnen in der WHU-Gemeinschaft für die große Unterstützung und das Vertrauen danken, die wir im Executive Committee in den vergangenen Monaten erfahren haben. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam mit Courage & Commitment in diesen Zeiten der Distanzierung und der Herausforderung weiterhin zusammenhalten werden.

Bleiben Sie gesund, denn gemeinsam bringen wir die WHU voran.

Mit herzlichen Grüßen,

Markus Rudolf