Kellogg-WHU Executive MBA Programm

WHU-Alumna Sabine Hansen rückt weibliche Spitzentalente ins Rampenlicht

Eine vielversprechende Initiative, die erfahrene Mentorinnen mit aufstrebenden weiblichen Führungskräften zusammenbringt und in ein weitreichendes Netzwerk einbindet.

Diversität ist ein Thema, das bei vielen Unternehmen hoch auf der Agenda steht. Wie aber können Unternehmen dafür sorgen, talentierte weibliche Führungskräfte intern zu fördern und sie dabei zu unterstützen, in Spitzenpositionen zu kommen? Kellogg-WHU-Alumna Sabine Hansen spricht mit uns über ihr Engagement beim gemeinnützigen Verein Initiative Women into Leadership (IWiL), der sich zum Ziel gesetzt hat, die Lücke zu schließen und Frauen auf dem Weg an die Spitze zu begleiten.

„Ich bin Alumna des Kellogg-WHU Executive MBA Program, welches ich 2002 erfolgreich beendet habe“, erklärt Sabine. „Ich komme ursprünglich aus dem Technologiebereich. Als ich damals für Novell tätig war, trat eine Personalberatung an mich heran und fragte, ob ich für einen ihrer Technologiekunden tätig werden wolle. Ich war mehr fasziniert von der Arbeit an sich als von der mir angebotenen Stelle. Daher entschied ich mich dazu, einen anderen Karriereweg einzuschlagen und arbeite nun schon mehr als zwanzig Jahre in der Personalberatungsbranche. Vor kurzem habe ich das Unternehmen She4Her Leadership Consulting gegründet, eine Karriereberatung ausschließlich für weibliche Führungskräfte. Das ist eine sehr spannende Aufgabe für mich, zumal ich mich mehr auf das konzentrieren möchte, was ich gut kann – talentierten Frauen dabei zu helfen, den nächsten Schritt zu machen und mehr Einfluss in den Aufsichtsräten ihrer Unternehmen zu erlangen.“

Frauen, die es bereits auf die oberen Ebenen geschafft haben, werden von den üblichen Talent-Management-Programmen vieler Unternehmen oft nicht berücksichtigt. Dies veranlasste Sabine zusammen mit drei Mitgründerinnen dazu, die Initiative im Jahr 2017 ins Leben zu rufen. Ziel war es, Unternehmen dazu zu bewegen, ihre weiblichen Führungskräfte aktiv zu unterstützen. „Viele Potenzialträgerinnen hängen in der Mitte fest und werden im Unternehmen und vom Top-Management kaum wahrgenommen“, erklärt sie. „Viele Unternehmen sehen sich mittlerweile mit strengeren Vorschriften und einem Mangel an Top-Talenten konfrontiert. Spitzenpositionen extern zu besetzen ist mit wesentlichen Schwierigkeiten verbunden. Erforderlich sind daher entsprechende Programme, um mehr weiblichen Talenten den Weg nach oben zu ermöglichen. Oft wird der Fokus auf internes Mentoring gesetzt. Wenn die HR-Abteilung diese Programme umsetzt, sucht sich meist die oberste Führungsebene die Personen aus, mit denen sie zusammenarbeiten möchten – die Mentees haben also oft keine Auswahlmöglichkeit. Möchten Mentees nicht mit einer bestimmten Person zusammenarbeiten, kann dies erhebliche Nachteile für ihren weiteren Karriereweg haben.“

Die IWiL bietet ein Cross-Mentoring-Programm (CMP) an, bei dem die Mitwirkung des Top-Managements entscheidend ist. Das Unternehmen nominiert für das Programm zwei Mentees, welche dann in einem Speed-Dating-Format an einer „Live-Matching“-Sitzung zwischen ihnen und den Mentoren teilnehmen. Im Rahmen vorab durchgeführter Treffen kann das Unternehmen die Bedürfnisse des Mentees ermitteln und dann die Sitzungen initiieren. „Das Schöne an der Initiative ist, dass man selbst entscheiden kann, mit wem man zusammenarbeiten möchte. Man hat also komplett freie Wahl“, ergänzt Sabine.

Eine der Teilnehmerinnen, Anja Harre, die für den Bundesbau in der Region Ostwestfalen verantwortlich ist, wurde mit Prof. Dr. Markus Rudolf, Rektor der WHU, in Verbindung gebracht, der Mentor und Mitglied der Initiative ist. „Bei unserem ersten Treffen haben wir zusammen ausführlich meine derzeitige berufliche Situation analysiert. Seine Ansichten und Ideen als Mentor waren wirklich erfrischend. Ich habe auch bereits einen konkreten Ratschlag in die Tat umgesetzt und dadurch meinen ersten kleinen Erfolg im Unternehmen verzeichnen können.“ „Es war mir eine Ehre, im Rahmen dieser Initiative Mentor zu sein und weibliche Top-Talente in Unternehmen zu unterstützen“, sagt Professor Dr. Markus Rudolf. „Genau diese Zielsetzung fördern wir auch aktiv an der WHU und setzen uns zudem für Diversität im Leadership-Bereich ein.“

Warum also sind solche Initiativen so wichtig in der heutigen Arbeitswelt? „Wenn wir uns die Top-100-Unternehmen in Deutschland genaueranschauen, liegt der Anteil von Frauen in Vorständen bei nur 7 Prozent, in Aufsichtsräten bei 33 Prozent“, erklärt Sabine. „Wir wirken darauf hin, dass Unternehmen es als einen Strategie- und Wettbewerbsvorteil wahrnehmen und das Thema mit Unterstützung des CEO entscheidend voranbringen.“

„90 Prozent der Mentees haben mittlerweile den nächsten Karriereschritt gemacht. Die Initiative bringt die Frauen nicht nur mit Mentoren zusammen, sondern macht sie auch deutlich sichtbarer, sowohl intern als auch extern. „Es ist ein starkes Bekenntnis und Zeichen des Unternehmens, Frauen weiter nach vorne zu bringen und sichtbar zu machen.“

„Netzwerke wie diese bieten Frauen die Möglichkeit, Zugang zu einem immer noch von Männern dominierten Bereich zu erlangen“, erklärt Anja Harre. „Nur wenn Frauen sich in Wirtschaftsunternehmen in Schlüsselpositionen etablieren können und zeigen, dass eine solche Vielfalt der Wirtschaft zugute kommen kann, werden mehr Unternehmen diese Denkweise annehmen.“